Peter Keetman - Gestaltete Welt


Im Essener Museum Folkwang wurde zum 100 Geburtstag von Peter Keetman eine vielzahl seiner Werke gezeigt. Der Name Peter Keetman sagte mir bis zu dem Besuch in Essen nichts. Das hat sich aber schlag artig geändert. Als Fan der experimentellen und abstrakten Fotografie zogen mich die Fotografien sofort in ihren Bann.

Auf der ersten große „Überschrift“ die mir entgegen prangete Stand „Eine Woche im Volkswagen-Werk 1953“. Was erwartet man da wohl. Aufnahmen von Industrielinen, Arbeiter am Fließband oder vielleicht doch eher Aufnahmen im werbetechnischen Stil der 50er Jahre. Aber nicht so bei Peter Keetman. Bei ihm werden VW Käfer Stoßstangen zu abstrakten Formen. Schrauben und andere Kleinteile werden nicht als solche fotografiert, sondern gehen zu gunsten von Linien, Flächen und Formen unter.


Bekannt ist Peter Keetman mit seinen Aufnahmen der Lichtpendel-Schwinungen geworden. Hier war er Vorreiter auf dem Gebiet der experimentellen Fotografie. Keetman fängt die Lichtspuren, die eine pendelnde Lichtquelle hinterlässt fotografisch ein. Die Kompexität der Bewegungen, die „saubere Linienführung“ und die Ästhetik der Kompositionen sind beeindruckend. Dies erreicht Keetman durch selbst gebaute Konstruktionen. U.a. lässt er dabei die Kamera auf Grammophonen kreiseln.

 



Für alle diejenigen, die sich nicht für experimentelle oder abstrakte Motive begeistern können, bietet die Austellung aber auch noch Landschaftsaufnehmen, Natur oder Nachkriegsaufnahmen aus München. Ferner war Keetman Gründungsmittlied der Gruppe Fotoforum. Fotoforum war ein Zusammenschluss von Fotografen zwichen 1949 bis 1952, die Ihre Arbeiten diskutierten und nur bei Zustimmung von allen Mitgliedern wurden Arbeiten pupliziert oder gemeinsam ausgestellt. Ein Teil der Ausstellung witmet sich auch diesem Lebensabschnitt von Keetman.

 


Wer nun Lust auf die Ausstellung erhalten hat, für den gibt es ab Mitte November 2016 bis Februar 2017 die Chance, diese noch in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen.